Robin Schröder

Die ehemalige Führungsfigur der Hildesheimer Roten Linie HI bis 2025 ist Robin Schröder aus Diekholzen. Dieser trat als Anmelder in Erscheinung und produzierte die Videos der Gruppe, die auf YouTube und Telegram verbreitet wurden. Während in ihrer Gesamtheit die Rote Linie Hildesheim nicht homogen rechtsextreme Positionen vertritt, lenkte Schröder den Diskurs deutlich in Richtung Queerfeindlichkeit, Demokratiefeindlichkeit, Russlandfreundschaft, Rassismus und Antisemitismus. Er war Versammlungsleiter des großen Querdenken-Aufmarsches am 27.04.2024 in Hildesheim.

Seit 2025 ist er nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten. 

Robin Schröder als Anmelder des Querdenken Aufmarsches am 27.04.2024 in Hildesheim
Ingo Bittner, Robin Schröder, Stefan Schmidt aus Hildesheim bei einem Querdenken-Aufmarsch in Göttingen

Maik Juhe

Maik Juhe ist Teil der Querdenken- und Reichsbürgerszene in Hildesheim. Lange war er regelmäßig auf vielen Demonstrationen/Spaziergängen mit dabei, sowohl in Hildesheim als auch überregional. Zwischenzeitlich schien er sich nicht mehr so sehr auf den Montagsspaziergängen wohlzufühlen. Er hatte sich etwas abgesondert und fuhr auswärts zu Demonstrationen, wie etwa am 26.11.2022 nach Leipzig zu einer Großdemo unter dem Motto „Ami go home“, die von Jürgen Elsässer angemeldet wurde.

Maik Juhe mit Matthias Jünemann in Leipzig

Dies ist auf seine immer weiter fortschreitenden Radikalisierung zurückzuführen; die Montagsspaziergänger*innen gingen ihm nicht weit genug. Er träumt stattdessen von Bewaffnung, vom Kampf fürs Volk, Thron und Vaterland. Maik ist mittlerweile als Reichsbürger einzustufen und interessiert sich für diverse Reichsbürger Organisationen wie den VHD oder den Ewigen Bund.

Er hatte aufgrund von Maskenverstößen, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung mehrere Anzeigen und Verfahren kassiert.

In 2025 war er vereinzelt wieder auf den montäglichen Demonstrationen der Querdenkenszene zu gegen. 

Maik Juhe bei Querdenken Demonstration in Hildesheim

Michael Fritsch

Der Alfelder Ex-Polizist Michael Fritsch hat eine steile Karriere im extrem rechten Milieu hingelegt, vom Querdenker hin zum Reichsbürger hinter Gittern. 

Nachdem er zunächst lokal Mahnwachen gegen die Coronaschutzmaßnahmen in Alfeld organisierte, wurde er in seiner Rolle als Polizist schnell auf zahlreiche Bühnen eingeladen. Als „Schutzmann mit Herz und Hirn“ sprach er vor tausenden Querdenker*innen in der gesamten Republik. Bei einer Kundgebung in Dresden zeigte er auf der Bühne den Hitlergruß, wofür er strafrechtlich belangt wurde. Im Jahr 2021 trat er auf Listenplatz 1 für die Partei „Die BASIS“ zur Bundestagswahl an.

Aufgrund seiner Betätigung in extrem rechten Kreisen wurde Fritsch nach 4 Jahrzehnten aus dem Polizeidienst entfernt. Das Ende der Fahnenstange war hier jedoch nicht erreicht. Er war fortan Teil der „Patriotischen Union“, um Heinrich Preuß, welche einen Putsch in Deutschland geplant haben soll. Michael Fritsch war die Rolle des Innenministers zugesichert, sollte die Gruppe mit ihren Plänen Erfolg haben. Mehrere Geheimdienste nahmen die Gruppe ins Visier, es gab zahlreiche Razzien. Über 380 Schusswaffen, 350 Hieb- und Stichwaffen und zig tausende Schuss Munition, wurden bei der Gruppe sichergestellt. Auch Michael Fritsch wurde im Dezember 2022 festgenommen. Der Gruppe wird nun der Prozess gemacht.

Michael Fritsch auf einer Querdenken Kundgebung in Dortmund, Sommer 2020
Michael Fritsch vor Gericht

Ingo Bittner

Der Hannoveraner Ingo Bittner beteiligt sich seit der Coronapandemie intensiv im rechten Spektrum der Querdenkenszene. Von dem Amtsgericht Hannover wurde er wegen eines gefälschten Maskenattests angeklagt. Hauptberuflich Hausmeister, versucht er sich in seiner Freizeit am Videografen. Er filmt nicht nur auf Querdenken Protesten, sondern provoziert auch gezielt bei linken Veranstaltungen mit seiner Kamera. Seine Videos sind auf YouTube unter QuoVadis2023 zu finden. In Hannover betätigt er sich im Umfeld des extrem rechten tschetschenischen Noah Krieger. Außerdem besucht er die Aufmärsche der Gruppe Gemeinsam für Deutschland in Hannover. 

Ingo Bittner bei GfD Demo in Hannover Ende Mai 2025

In Hildesheim ist er im harten Kern der Querdenkenszene rund um die „Rote Linie“ aktiv, welche jeden Montag in Hildesheim aufmarschiert.

Kundgebung auf dem Angoulemeplatz am 14.4.2024
Ingo Bittner, Robin Schröder, Stefan Schmidt aus Hildesheim bei einem Querdenken-Aufmarsch in Göttingen
Ingo Bittner in Arbeitskleidung

Tecwyn Williams

Tecwyn Williams (kurz Tec) ist von Beginn an in der Querdenkenszene in Hildesheim aktiv. Seit Beginn der Pandemie kommt er regelmäßig zu Demonstrationen/Mahnwachen/Kundgebungen/Spaziergängen. Er tritt dabei immer wieder auch aggressiv gegenüber Gegendemonstrant*innen auf.

Tec ist in London geboren und hat weiterhin die britische Staatsangehörigkeit, ein Umstand, der es ihm möglich machte, für die Volkshochschule in Hildesheim zu arbeiten und Englischkurse anzubieten. Mittlerweile ist er dort nicht mehr angestellt und arbeitet nun als Gärtner.

Tec ist immer schon sehr aktiv in den Telegramgruppen der Querdenker*innen und steuert da seinen Teil an antisemitischen Verschwörungstheorien bei. Man kann bei ihm gut sehen, wie ein Teil der Szene sich in den letzten drei Jahren immer weiter radikalisiert hat. 

Zuletzt besuchte er mehrfach die rechten Aufmärsche der Gruppe „Gemeinsam für Deutschland“ in Hannover.

Tec bei einer Demo des GfD in Hannover im Mai 2025
Querdenken Protest in HI 2020
Tec beim Querdenken Aufmarsch in Hildesheim am 27.04.2024

Dieter Riefling

Dieter Riefling (*13. Juni 1968 in Alfeld (Leine)) ist ein Neonazi und (ehemaliger) Kader verschiedener extrem rechter Organisationen, wie der verbotenen FAP, Blood&Honour, NPD, Kameradschaften und zuletzt von Die Rechte. Er tritt bundesweit als Redner bei rechtsextremen Aufmärschen und Kundgebungen auf. Riefling ist in Söhlde wohnhaft, betätigt sich aktuell vor allem im Schreiben von Artikeln und CD-Rezensionen im extrem Rechten Spektrum. In Hildesheim hat in den letzten Jahrzehnten verschiedene Organisationen wie Kameradschaften oder die „Bürgerinitiative für Zivilcourage“ gegründet. Er saß für seine Aktivitäten in der Neonaziszene auch bereits in Haft.

Dieter Riefling war bereits in den 90ern in der Naziszene aktiv

Aktuell steht in Hildesheim keine lokale Gruppe hinter ihm. So konnte er 2019 zur Euroawahl zwar immerhin auf Listenplatz 4 der Partei „Die Rechte“ kandidieren, hatte jedoch kaum Rückhalt dafür in Hildesheim. Der Versuch eines Aufmarsches zur Kandidatur durch Hildesheim im Mai 2019, war das letzte öffentliche in Erscheinung treten in Hildesheim, seinerseits. Damals zeigte sich seine Isolation in der Region. Lediglich 17 Neonazis versammelten sich um ihn. Viele von weit her angereist. 

Dennoch ist seine Rolle und die kontinuierliche Betätigung in der Naziszene nicht zu unterschätzen. Aufgrund seiner Historie und den diversen Vorstrafen und Gefängnisaufenthalten gilt er in Teilen der Szene als Ikone. Er pflegt gute Kontakte zu Kadern in Deutschland, Europa und sogar nach Japan. Er betreibt auf Telegram den Infokanal „Miesling News“, schreibt CD-Rezensionen und Artikel in Zeitschriften wie der „NS Heute“.

Dieter Riefling in führender Position beim Naziaufmarsch in Magdeburg nach dem Anschlag vom 20.12.2024
Dominic Brandes, Sören Surdyk, Dieter Riefling, Stefan Koch in Braunschweig bei einem Naziaufmarsch am 11.9.2021

Adler Versand

Bertino Adler, wohnhaft in der Hildesheimer Nordstadt betreibt einen Ebayshop namens ABB-Shop in dem Aufnäher, Buttons, Kleidung, Fahnen und Aufkleber mit rechten Inhalten angeboten werden. In der Vergangenheit betrieb er noch den antishop2013 und den Adler-Versand. Außerdem war er Anführer der „German Defence League Legion Hildesheim“, sowie auch der Betreiber der Website. Nach eigenem Bekunden war er zeitweise auch bundesweiter „Leader“ der German Defence League. Früher bewohnte er eine Villa nahe der Klinik in Diekholzen.

Bertino Adler mit der Fahne der Legion Hildesheim auf Facebook.
Bertino Adler beim Schießtraining, während eines Ausflugs der Legion Hildesheim im Mai 2018. Ort ist ein Kiesteich in der Nähe des Sportplatz Barnten
Bertino Adler (rechts an der Fahne) in den alten Skinhead-Zeiten.

Walk the line

Das Tattoostudio „Walk the line“ in der Hildesheimer Scheelenstraße hat seitens des Betreibers einen rechtsradikalen Hintergrund. Die Gründer Mark Senß und Thomas Baxmann arbeiteten bis 2013 für Johannes Knoch in dessen Tattoostudio „Last Resort“.

Beide kommen ebenfalls aus dem rechtsradikalen Blood & Honour Netzwerk und schreckten in der Vergangenheit auch nicht davor zurück, ihre Ideologie mit Gewalt durchzusetzen.

Naziangriff auf Antifademo vorm Last Resort 2007. Mark S. (mit Baseballschläger) und Thomas B. (hält Antifaschisten am Boden)

Das Tattoostudio gibt sich queerfreundlich und als Kinderschutzinsel aus. Bei der extrem rechten Vergangenheit des Inhabers Mark Senß eine fragwürdige Selbstdarstellung. Weiterführende Informationen aus der Broschüre „Netzwerk von Kameraden“:

Als Neonazis fiel Mark Senß spätestens ab 1995 auf. In diesem Jahr veranstaltete der Neonazifunktionär Thorsten Heise ein Konzert in Northeim. Antifas hörten damals den Polizeifunk ab. Im Zusammenhang mit einem Hildesheimer Fahrzeug wurden an diesem Tag die Namen von Mark Senß, der damals noch Borowietz hieß, und seiner damaligen Freundin notiert.
Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre besuchte Mark Senß verschiedene Naziaufmärsche und war als Anti-Antifa-Fotograf aus Hannover bekannt. Er ist auf einem B&H-Konzertmitschnitt 1999 in Hildesheim zu sehen. Als Ausdruck seiner Verbundenheit zu B&H ließ sich Senß die Tiwaz-Rune, das Logo der ehemaligen B&H-Sektion Niedersachsen, auf sein Schienbein tätowieren, auf seinem Unterarm prangt eine »28«.

Marc Senß

Ben Bannier

Ben Bannier (Jahrgang 2005) ist seit einigen Jahren durch extrem rechte Aktivität aufgefallen. Der aus Heyersum (Nordstemmen) stammende Auszubildende ist mittlerweile in Gronau (Leine) wohnhaft. Er treibt sich auf verschiedenen sozialen Medien unter dem alias „Dion“ herum und verbreitet selbstgeschnitte Propagandavideos mit Szenen aus der Zeit des Nationalsozialismus. Gemeinsam mit Fabian Esse (Heyersum) und Finn Dreßler (Mahlerten) ist er 2024 auf verschiedenen CSD’s, wie Winsen (Luhe) und Wismer auf queerfeindlichen Gegenkundgebungen aufgetreten. Darüber hinaus scheint er sich in der Anwartschaft der Jungen Nationalisten zu befinden. Er besuchte auch hier Aufmärsche der extremen Rechten wie am 21.12.2024 in Magdeburg, am 15.02.2025 in Dresden, sowie am 1. Mai 2025 in Gera. Durch seine offen zur Schau gestellte Propaganda des NS-Regimes und Waffen ist er auch bereits auf dem Schirm der Ermittlungsbehörden. Laut eigenem Bekunden gab es eine Hausdurchsuchung bei ihm, welche im Zusammenhang von Ermittlungsverfahren zu den Waffen und der Volksverhetzung stand. In 2026 haben Antifas Flyer über Ben Bannier in Heyersum verteilt, die hier zu finden sind.

Ben Bannier am 15.02.2025 auf einem Naziaufmarsch in Dresden
In neuem Look: Bild aus 2026
Finn Dreßler, Ben Bannier, Fabian Esse bei einer Störaktion gegen den CSD in Winsen (Luhe) am 08.09.2024

Andreas Otto Habich

Andreas Otto Habich aus Hasede betätigt sich im harten Kern der Hildesheimer Querdenkenszene. Sein Markenzeichen ist das Tragen eines Hutes. Er fällt insbesondere durch seine Präsenz bei sämtlichen linken Veranstaltungen in Hildesheim auf. Wozu seine Beobachtungen dienen, kann nur spekuliert werden.