Rechtsextremer Anschlag in Hildesheim verhindert

Vor 3 Wochen wurde in Hildesheim 21-Jähriger Mann festgenommen, weil er geplant hatte, Anschläge auf Moscheen zu verüben, mit dem klaren Ziel muslimische Menschen zu töten.

Was ist bis jetzt bekannt?

In der Nacht vom 29. auf den 30. Mai 2020 stürmte gegen 2 Uhr eine Einheit des SEK die Wohnung des Mannes in Hildesheim und nahm ihn vorläufig fest. In einem Artikel auf der Plattform Indymedia wird als Name des Mannes „Felix Maria Fuchs“ genannt.

Felix F. hatte beim chatten mit einem Mann aus Hagen von seinen Plänen erzählt, einen Anschlag auf Muslime auszuführen. Sein Gesprächspartner wendete sich daraufhin an die Polizei. Im Chat erwähnte F. auch den Anschlag in Christchurch im März letzten Jahres, bei dem ein Rechtsterrorist 51 Menschen bei Anschlägen auf Moscheen ermordete. In diesen Chats sprach F. davon, dass er gezielt muslimische Menschen töten wolle.

Fuchs wurde zuerst in eine Klinik eingewiesen, was mit seinem Geisteszustand begründet wurde. Ein Antrag auf Haftbefehl wurde vom Hildesheimer Amtsgericht abgelehnt. Die zuständige Richterin hielt es nicht für nötig, da sie trotz der Beweislage keine akute Gefahrenlage sah.

Später kam an die Öffentlichkeit, dass die Polizei Waffen in F.s Wohnung gefunden hatte, bis jetzt scheint es sich dabei um mindestens zwei Armbrüste zu handeln. Weiterhin wurde bei ihm rechtsextreme Literatur gefunden, etwa Hitlers „Mein Kampf“ als Download auf seinem Laptop und Notizen zu Anschlägen auf Moscheen. Trotz diesem Fund, verweigerte die Richterin im Hildesheimer Amtsgericht einen Haftbefehl zu erlassen. Erst eine ganze Woche später wurde nach einer Beschwerde der Generalstaatsanwaltschaft ein Haftbefehl erlassen.

F. plante also Anschläge mit dem Ziel, muslimische Menschen zu töten. Er besorgte sich dafür Waffen und recherchierte zu Anschlägen auf Moscheen. Er war im Besitz von rechtsextremen Schriften und mit rechtem Gedankengut vertraut. Aufgrund dieser Tatsachen, fordern wir, Fuchs nicht als „verwirrten Einzeltäter“ abzutun, wie es grade von Presse und Politik versucht wird. Vielmehr muss untersucht werden, in welchen Strukturen er vernetzt war, wie er radikalisiert wurde und mit wem er Kontakt hatte.

Rechte Strukturen in Hildesheim und Umgebung

Es gibt in Hildesheim viele Anschlusspunkte für rechtsradikale Menschen. F. hat hier genug Gelegenheiten gehabt, um mit ideologisch Gleichgesinnten Kontakt zu knüpfen. Das Umland Hildesheims sowie die Stadt selbst sind durchzogen mit rechten und neonazistischen Strukturen.  So befindet sich in der Hildesheimer Innenstadt das Tattoo-Studio „Last Resort“. Dieses ist, wie Recherchen nach der Selbstenttarnung des NSU-Komplexes aufdecken konnten, über Jahrzehnte hinweg Dreh- und Angelpunkt für die militante Neonazi-Szene in Niedersachsen gewesen und war/ist in ganz Deutschland vernetzt. Recherchen des ZDF und des antifaschistischen Rechercheportals „Hingeschaut“ zeigten ausführlich, dass das „Last Resort“ als Blood&Honor und Combat18 Struktur Bestandteil des NSU-Netzwerkes war und enge Kontakte zu den verurteilten Rechtsterroristen pflegte.

Des Weiteren wohnen im Umland Hildesheims tragende Akteur*innen mehrerer rechter und neonazistischer Parteien sowie Organisationen. So entstand in den letzten Jahren im Ortsteil Hoheneggelsen der Gemeinde Söhlde ein rechtes Wohnprojekt der Jungen Nationalisten (JN), der Jugendorganisation der NPD. Von dort aus wurden lokale und regionale, aber auch internationale Aktionen und Vernetzungen geplant und umgesetzt. 

Mit Johannes Welge aus Bad Salzdetfurth (ehemals Almstedt) wohnt ein weiterer Akteur im Landkreis Hildesheim. Dieser gründete mit anderen gewaltbereiten Neonazis aus Hildesheim und Braunschweig den Kreisverband der Kleinstpartei „Die Rechte Hildesheim/Braunschweig“. Seit der Gründung im Juli 2019 ist der Kreisverband vor allem in der Region sehr aktiv und stark zum Kreisverband „Die Rechte Einbeck/Northeim“ vernetzt. Gemeinsam werden, neben der Organisation von Demonstrationen, auch antifaschistische Aktivist*innen permanent, systematisch und auf offener Straße bedroht und angegriffen – vor allem in Braunschweig und Einbeck.

Hildesheim bietet aber auch weitaus niederschwelliger, aber nicht weniger gefährliche, Anknüpfungspunkte. Bars wie der Einbecker Bierbrunnen, direkt am Hauptbahnhof in Hildesheim oder die Tattoo-Studios, wie das bereits erwähnte „Last Resort“ und dessen Ableger „Walk the Line“, wirken auf den ersten Blick harmlos, sind aber beliebte Treffpunkte der Hildesheimer Neonazi-Szene und können durchaus als Agitationsräume eingestuft werden.

Rechte und auch gewaltbereite Strukturen sind also in Hildesheim und Umgebung zu finden. Diese Strukturen sind auch überregional vernetzt, etwa durch den Kreisverband Hildesheim/Braunschweig der Partei „Die Rechte“. Auch nach Einbeck gehen solche Vernetzungen. Hier verübte am 10.06.2020 ein Rechtsextremist einen Sprengstoffanschlag auf das Haus einer linken Aktivistin, bei dem ihr Briefkasten zerstört wurde. Auch hier wurden bei den Tatverdächtigen wieder Waffen gefunden. Dieser Anschlag folgt einer Reihe von Übergriffen gegen Antifaschist*innen von Neonazis in Südniedersachsen.

Für F. gab es direkt vor seiner Haustür also genug Inspirationen und Kontakte, um Gewaltfantasien anzuheizen und auszuleben.

Der „Einzeltäter“

Wenn es zu rassistisch motivierten oder rechtsextremen Gewaltakten, Übergriffen oder Anschlägen kommt, ist meistens sehr schnell von dem Täter als „Einzelgänger“oder „einsamen Wolf“ zu lesen. Außerdem werden diese Täter oft als „geistig verwirrt“ beschrieben.

So war es nach dem Anschlag auf eine Synagoge in Halle und bei dem Anschlag auf eine Shisha Bar in Hanau, bei dem 9 Menschen ermordet wurden. Diese Beispiele sind nur die aktuellsten auf einer langen Liste von Attentaten. Gleichzeitig kommen aber durch anitfaschistische Recherchearbeit immer wieder rechte Netzwerke ans Tageslicht, die sich weiträumig über die ganze BRD und auch darüber hinaus erstrecken. Durch solche Recherchen stellt sich auch immer wieder heraus, dass die Attentäter in eben solchen Netzwerken verstrickt waren. Die Erzählung vom einsamen „Einzeltäter“, der isoliert von allem seine Anschläge plant, ist eben genau das: ein Märchen.

Außerdem wird oft bestritten, dass solche Attentäter politisch gehandelt haben, so auch im Fall Felix F. Die Richterin verweigerte die Ausstellung eines Haftbefehls und lies F. dafür in eine Klinik einweisen, weil sie die politische Motivation seines Vorhabens, Muslime umzubringen, nicht erkannte. Für sie wurden also die rechte Propaganda, die Waffen und die Notizen zu Anschlägen, die bei der Hausdurchsuchung gefunden wurden, begründet durch F.s Geisteszustand. Zwei Punkte, die zu beachten sind:  Psychische Erkrankungen als Begründung für Rechtsextremismus zu anzuführen, sorgt für eine Stigmatisierung dieser Krankheiten. Es sollte klar sein, dass solche Krankheiten offensichtlich nicht dazu führen, dass Menschen rechts oder rechtsextrem werden. Wird aber ständig von Medien und Justiz Rechtsextremismus mit psychischen Erkrankungen begründet, steigen die Vorurteile und Diskrimmierung gegenüber solchen Krankheiten.

Dazu kommt, dass mit solchen Erzählungen Rechtsextremismus als individuelles Problem, nämlich als Krankheit erklärt wird. Das macht zum einen unsichtbar, dass Rassismus ein strukturelles Problem unserer Gesellschaft ist, dass auf vielen Ebenen präsent ist und in den härtesten Fällen zu Gewalt und Mord motiviert. Zum anderen wird dadurch eben auch der „Kranke“ isoliert betrachtet. Dabei radikalisiert sich niemand allein, das geschieht durch andere Leute, durch Szenen, durch Kontakte, durch Musik, durch Saufabende, durchs Internet, durch Gruppen, durch Freundschaften – durch Netzwerke. Wenn gesagt wird, dass Rechtsextremisten lediglich psychisch krank seien, werden eben genau diese Strukturen verleugnet.

Wir wissen nicht über Felix F.s psychische Gesundheit Bescheid und das ist auch ganz egal, denn diese ist auf keinen Fall für seine Attentatspläne verantwortlich. Stattdessen müssen seine Kontakte aufgedeckt werden, es muss herausgefunden werden, in welchen Strukturen er aktiv war. Anschließend müssen diese zerstört werden.

In Deutschland werden Rechtsextremismus und Rechter Terror von der Mehrheitsgesellschaft höchstens als Ausnahme betrachtet, wenn sie überhaupt als solche wahrgenommen werden. Geschieht ein Anschlag oder werden Netzwerke aufgedeckt, geht ein Raunen durchs Land, es wird sich gegen Rechts ausgesprochen und dann wird einfach weitergemacht. Eine effektive Bekämpfung von Rechtsextremismus wird nicht beschlossen, stattdessen werden Projekten, die sich gegen Rechts einsetzen, Gelder gestrichen oder gar die Gemeinnützigkeit aberkannt, wie der VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ Bund der AntifaschistInnen). 

Am Beispiel Hildesheim ist diese Haltung der bürgerlichen Mitte gut zu erkennen. Es gibt hier seit Jahren aktive und bekannte Neonazistrukturen, die auch gewaltbereit sind und offensiv für sich werben. In der Kommunalpolitik ist das kein Thema und auch sonst ist das öffentliche Leben nicht daran interessiert, sich damit zu beschäftigen. Nun passiert es, das jemand dabei erwischt wird, einen Anschlag aus rechtsextremer Motivation heraus zu planen und es gibt einen kleinen Aufschrei. Der Oberbürgermeister macht direkt die Hufeisentheorie auf und vergleicht Rechtsextremismus mit linkem Engagement. Der Täter wird als Einzeltäter abgetan, Netzwerke um ihn herum werden nicht untersucht. 

Felix F. steht damit beispielhaft für die Verharmlosung von Rechtsextremismus und für das Wegsehen der Behörden und der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland.

Die Bekämpfung von Rechtsextremismus und die Zerschlagung rechter Netzwerke ist längst überfällig, in Hildesheim und weit darüber hinaus. 

Aufgewacht Hildesheim

Was sind das für Leute?

In Hildesheim findet sich seit dem 18.04.20 jeden Samstag ein Sammelsurium an Menschen zu regelmäßigen Kundgebungen um 10 Uhr auf der Lilie zusammen. Die Menschen kann man als durchaus heterogene Masse beschreiben. Was sie alle vereint ist, dass sie sich über die Maßnahmen der Regierung aufregen, die getroffen wurden, um die Ausbreitung der Covid19 Pandemie zu verlangsamen. Im Großen und Ganzen fanden sich bei den bisherigen Aktionen einige versprengte unorganisierte Linke, esoterische, religiöse, verschwörungsideologische, liberale oder auch rechte Leute ein. Die Redebeiträge drehten sich zumeist darum, dass Maßnahmen zu hart seien, eine Impfpflicht dem Faschismus gleich komme, alles eine große Lüge von den Mächtigen sei, niemand mehr in die Kirche gehe und die Medien nicht wahrheitsgemäß berichten würden. Im Laufe der Zeit hat sich Organisationsstruktur geändert und sich mittlerweile ein Kernteam von etwa 15 Leuten gebildet, die vor allem als rechts und verschwörungsideologisch einzustufen sind.

NS-Relativierung

Diesen antidemokratischen Nährboden wussten Rechte von Anfang an zu nutzen. Bei der ersten Kundgebung am 18.04. fiel ein Mann auf, der mündlich und schriftlich in Flyerform Propaganda einer rechts esoterischen Sekte um den Südtiroler Heinz Grill verbreitete. Er brachte den Vergleich an, dass zu NS Zeiten Millionen von Körpern ausgelöscht wurden und nun die Zeit sei, in der die Regierung Millionen Seelen umbringen würde. Eine Relativierung des Holocaust, an der sich nicht gestört wurde. Der Versammlungsleiter Jens Stenzel aus Sibbesse griff nicht ein und widersprach auch nicht.

Im Gegenteil stellt auch er, der er stellv. Vorsitzender der Hildesheimer FDP war, in einem Interview mit der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung den Vergleich auf, dass die jetzige Situation gleich derer wäre, in der das Ermächtigungsgesetz erlassen wurde und Hitler sämtliche Machtbefugnisse gegeben wurden. In der Orgagruppe „Aufgewacht Hildesheim“ zieht ein User einen weiteren Vergleich zur NS-Zeit, bei dem man nicht lang suchen muss, um den Antisemitismus zu erkennen: So sieht er in einer kommenden Impfpflicht die Auswirkung, dass jeder Verweigerer der Impfung einen Judenstern zu tragen habe.

Auftritt von Johannes Welge

Bei der zweiten Kundgebung von „Aufgewacht Hildesheim“ am 02.05.2020 auf der Lilie trat der bekannteste Hildesheimer Rechtsextreme Johannes Welge, seines Zeichens Vorsitzender des Kreisverbandes Hildesheim/Braunschweig der faschistischen Partei „Die Rechte“ als Redner auf. Er verpackte die polizeilichen Maßnahmen gegen die extreme Rechte, wie zum Beispiel das Verbot geplanter Naziaufmärsche am 1.Mai, als Unterdrückung gegen kritische Stimmen. Darüber hinaus erntete er Applaus als er kritisierte, dass seinen Kameraden von DIE RECHTE Einbeck vor Kurzem vom SEK die Wohnung gestürmt wurde und Waffen sichergestellt wurden.

Spätestens hier hätte man die Gesinnung von Welge bemerken können. Stenzel, der zwar zum einen gegenüber der HiaZ bekundete, sich im Vorfeld um der Möglichkeit „Extremisten“ können die Kundgebung für ihre Zwecke nutzen Gedanken gemacht zu haben, ihm wäre Welge aber andererseits gänzlich unbekannt gewesen. Was dabei merkwürdig erscheint, ist, dass Johannes Welge mit seinem Facebookaccount Wohannes Jelge einige Tage vor der Demo mit Stenzel in Kontakt trat und ihm anbot, eine Anlage für die Kundgebung zu besorgen.

Im Nachgang wurde von der antifaschistischen Gruppe AFK37 aus Hildesheim eine Presserundmail verfasst und der Vorfall auf Facebook bekannt gemacht. Er schlug hohe Wellen und die Hiaz befragte den Organisator Stenzel umgehend nach seiner Einschätzung. Dieser beteuerte, keine Propaganda in Welges Rede gesehen zu haben und kommentierte den Vorfall im Allgemeinen mit einem „Was ist daran so schlimm?“.

Die Rolle der FDP

Besondere realpolitische Brisanz bekommt die ganze Geschichte durch die parteipolitische Zugehörigkeit Jens Stenzels zur FDP. Er meldete die Versammlung zwar als Privatperson an, jedoch übernahmen auch Parteikollegen wie der Vorsitzende Henrik Jacobs Ordnerfunktionen bei der Kundgebung. Nach der ersten Kundgebung, bei dem sich bereits verschwörungstheoretische Inhalte und die starke Nähe zu Impfgegnern zeigte, äußerte die Hildesheimer FDP in einer Erklärung an die Hiaz sogar noch vollste Unterstützung der Aktivität Stenzels und der Kundgebungen. Nach dem Bekanntwerden des Auftretens eines Faschisten bestand das Krisenmanagement der FDP zunächst darin, sich in einer Mini-Erklärung von der Kundgebung und Rechtsextremismus zu distanzieren. Nach weiterem öffentlichen Druck wurde nach Tagen des Schweigens die Entscheidung verkündet, dass Jens Stenzel von all seinen Parteiämtern zurücktrete. Eine Rettung in letzter Sekunde könnte man sagen.

Übernahme durch Verschwörungsideologen und weitere Aktionen

Nachdem Stenzel und die FDP für die Orga nun aus dem Rennen sind, übernahmen besonders engagierte Kundgebungsteilnehmer*innen die weitere Orga der Kundgebungen. Als Kopf der Gruppe nach Innen und Außen gilt der Student Hendrik Seege (alias Rocco).

Rocco, Chef der Truppe, im Gespräch mit dem Einsatzleiter

Um ihn herum gibt es ein etwa 15-köpfiges Orgateam mit internem Telegram Chat. Eine Aktion, die in der internen Gruppe vorbereitet wurde, sorgte nun in Hildesheim für Aufsehen.

So betrat das Mitglied Tecwyn Williams (alias Tec) der Orgagruppe am 13.05.2020 einen Nettomarkt und setzte sich demonstrativ keinen Mund-Nasenschutz auf. Er fing eine Diskussion mit Personal und Kundschaft des Ladens an und verteidigte sein egoistisches Handeln politisch mit dem Grundgesetz.

Tec auf Kundgebung von Aufgewacht Hildesheim

Eine weitere Aktionsform der Gruppe sind gemeinsame öffentliche Meditationen mit Klangschale und „tief in die Augen sehen“, welche in regelmäßigen Abständen auf dem Marktplatz stattfinden. Dazu gab es in den letzten 2 Wochen eine Dauermahnwache, täglich von 10.00 – 17.30 Uhr auf der Lilie.

Es bleibt zu sagen, dass das Highlight der Woche die samstägliche Kundgebung um 10 Uhr auf der Lilie ist. Werbemittel und Infrastruktur für die Kundgebungen werden unter anderem auch von Torsten Paulitz, welcher Betreiber einer Hildesheimer Werbefirma ist, beigesteuert. Dieser fällt auf Facebook durch extrem rechte Hetze auf und ist bei den Aufgewacht Kundgebungen aggressiv gegenüber Presse und Gegenprotest aufgetreten.

Torsten Paulitz ist bei jeder Kundgebung als Ordner tätig

Extrem rechte Inhalte im Chat

Uns ist es gelungen mehrere Wochen den internen Chat der Gruppe mitzulesen. Dabei sind extrem Rechte und verschwörungsideologische Inhalte unkommentiert, bzw. sogar mit Zustimmung der anderen Gruppenmitglieder geteilt worden.

So fordert der Chef der Truppe, Rokko, bei der Kundgebung die Antifa zu verprügeln und bekam darauf sehr amüsierte, positive Reaktionen. Das geht wohl darauf zurück, dass antifaschistische Netzwerke überall und auch in Hildesheim auf die extrem rechten Verstrickungen der Verschwörungstheorie-Demos hinweist.

Weiter wurde fantasiert, wie man, wenn die „Bewegung“ erstmal stärker wäre, „Merkel sprengen“ könnte. Auch hier gab es nur Zuspruch aus der Gruppe.

Antisemitische Äußerungen werden sowohl in den öffentlichen Telegramgruppen, als auch in der internen Planungsgruppe geäußert. Da ist dann die Rede von den „okkultistischen Mathematikern von der Ostküste der USA“, ein klassisches Bild in der Vorstellung von Antisemiten. Weiterhin werden auf allen Kanälen Rechte wie Ken Jebsen als seriöse Quellen empfohlen.

Rocko, der führende Kopf der Gruppe, wollte sich auch auf Nachfrage nicht eindeutig von Rechtsextremen abgrenzen. Solang sie keine Parteifahne hätten, wären sie willkommen, da sie die Masse vergrößern würden. „Aufgewacht Hildesheim“ ist also ganz eindeutig rechtsoffen, hat teilweise selbst rechte und klar antisemitische Inhalte. Diese Gruppe, die von sich selbst behauptet, sie seien „nicht links oder rechts, wir sind Menschen“, ist durchsetzt von Menschen mit geschlossen rechtem, antisemitischen Weltbild, wie eine kurze Facebook Suche ergibt. Dazu sind die geäußerten Gewaltphantasien beunruhigend.

Selbst wenn jemand wie Welge dort nicht mehr auftritt, erkennen wir die Gruppe und die Veranstaltungen als Problem.

Wir werden die weiteren Aktivitäten der Gruppe weiter aufmerksam verfolgen.