Ingo Bittner

Der Hannoveraner Ingo Bittner beteiligt sich seit der Coronapandemie intensiv im rechten Spektrum der Querdenkenszene. Von dem Amtsgericht Hannover wurde er wegen eines gefälschten Maskenattests angeklagt. Hauptberuflich Hausmeister, versucht er sich in seiner Freizeit am Videografen. Er filmt nicht nur auf Querdenken Protesten, sondern provoziert auch gezielt bei linken Veranstaltungen mit seiner Kamera. Seine Videos sind auf YouTube unter QuoVadis2023 zu finden. In Hannover betätigt er sich im Umfeld des extrem rechten tschetschenischen Noah Krieger. Außerdem besucht er die Aufmärsche der Gruppe Gemeinsam für Deutschland in Hannover. 

Ingo Bittner bei GfD Demo in Hannover Ende Mai 2025

In Hildesheim ist er im harten Kern der Querdenkenszene rund um die „Rote Linie“ aktiv, welche jeden Montag in Hildesheim aufmarschiert.

Kundgebung auf dem Angoulemeplatz am 14.4.2024
Ingo Bittner, Robin Schröder, Stefan Schmidt aus Hildesheim bei einem Querdenken-Aufmarsch in Göttingen
Ingo Bittner in Arbeitskleidung

Tecwyn Williams

Tecwyn Williams (kurz Tec) ist von Beginn an in der Querdenkenszene in Hildesheim aktiv. Seit Beginn der Pandemie kommt er regelmäßig zu Demonstrationen/Mahnwachen/Kundgebungen/Spaziergängen. Er tritt dabei immer wieder auch aggressiv gegenüber Gegendemonstrant*innen auf.

Tec ist in London geboren und hat weiterhin die britische Staatsangehörigkeit, ein Umstand, der es ihm möglich machte, für die Volkshochschule in Hildesheim zu arbeiten und Englischkurse anzubieten. Mittlerweile ist er dort nicht mehr angestellt und arbeitet nun als Gärtner.

Tec ist immer schon sehr aktiv in den Telegramgruppen der Querdenker*innen und steuert da seinen Teil an antisemitischen Verschwörungstheorien bei. Man kann bei ihm gut sehen, wie ein Teil der Szene sich in den letzten drei Jahren immer weiter radikalisiert hat. 

Zuletzt besuchte er mehrfach die rechten Aufmärsche der Gruppe „Gemeinsam für Deutschland“ in Hannover.

Tec bei einer Demo des GfD in Hannover im Mai 2025
Querdenken Protest in HI 2020
Tec beim Querdenken Aufmarsch in Hildesheim

Dieter Riefling

Dieter Riefling (*13. Juni 1968 in Alfeld (Leine)) ist ein Neonazi und (ehemaliger) Kader verschiedener extrem rechter Organisationen, wie der verbotenen FAP, Blood&Honour, NPD, Kameradschaften und zuletzt von Die Rechte. Er tritt bundesweit als Redner bei rechtsextremen Aufmärschen und Kundgebungen auf. Riefling ist in Söhlde wohnhaft, betätigt sich aktuell vor allem im Schreiben von Artikeln und CD-Rezensionen im extrem Rechten Spektrum. In Hildesheim hat in den letzten Jahrzehnten verschiedene Organisationen wie Kameradschaften oder die „Bürgerinitiative für Zivilcourage“ gegründet. Er saß für seine Aktivitäten in der Neonaziszene auch bereits in Haft.

Dieter Riefling war bereits in den 90ern in der Naziszene aktiv

Aktuell steht in Hildesheim keine lokale Gruppe hinter ihm. So konnte er 2019 zur Euroawahl zwar immerhin auf Listenplatz 4 der Partei „Die Rechte“ kandidieren, hatte jedoch kaum Rückhalt dafür in Hildesheim. Der Versuch eines Aufmarsches zur Kandidatur durch Hildesheim im Mai 2019, war das letzte öffentliche in Erscheinung treten in Hildesheim, seinerseits. Damals zeigte sich seine Isolation in der Region. Lediglich 17 Neonazis versammelten sich um ihn. Viele von weit her angereist. 

Dennoch ist seine Rolle und die kontinuierliche Betätigung in der Naziszene nicht zu unterschätzen. Aufgrund seiner Historie und den diversen Vorstrafen und Gefängnisaufenthalten gilt er in Teilen der Szene als Ikone. Er pflegt gute Kontakte zu Kadern in Deutschland, Europa und sogar nach Japan. Er betreibt auf Telegram den Infokanal „Miesling News“, schreibt CD-Rezensionen und Artikel in Zeitschriften wie der „NS Heute“.

Dieter Riefling in führender Position beim Naziaufmarsch in Magdeburg nach dem Anschlag vom 20.12.2024
Dominic Brandes, Sören Surdyk, Dieter Riefling, Stefan Koch in Braunschweig bei einem Naziaufmarsch am 11.9.2021

Adler Versand

Bertino Adler, wohnhaft in der Hildesheimer Nordstadt betreibt einen Ebayshop namens ABB-Shop in dem Aufnäher, Buttons, Kleidung, Fahnen und Aufkleber mit rechten Inhalten angeboten werden. In der Vergangenheit betrieb er noch den antishop2013 und den Adler-Versand. Außerdem war er Anführer der „German Defence League Legion Hildesheim“, sowie auch der Betreiber der Website. Nach eigenem Bekunden war er zeitweise auch bundesweiter „Leader“ der German Defence League. Früher bewohnte er eine Villa nahe der Klinik in Diekholzen.

Bertino Adler mit der Fahne der Legion Hildesheim auf Facebook.
Bertino Adler beim Schießtraining, während eines Ausflugs der Legion Hildesheim im Mai 2018. Ort ist ein Kiesteich in der Nähe des Sportplatz Barnten
Bertino Adler (rechts an der Fahne) in den alten Skinhead-Zeiten.

Walk the line

Das Tattoostudio „Walk the line“ in der Hildesheimer Scheelenstraße hat seitens des Betreibers einen rechtsradikalen Hintergrund. Die Gründer Mark Senß und Thomas Baxmann arbeiteten bis 2013 für Johannes Knoch in dessen Tattoostudio „Last Resort“.

Beide kommen ebenfalls aus dem rechtsradikalen Blood & Honour Netzwerk und schreckten in der Vergangenheit auch nicht davor zurück, ihre Ideologie mit Gewalt durchzusetzen.

Naziangriff auf Antifademo vorm Last Resort 2007. Mark S. (mit Baseballschläger) und Thomas B. (hält Antifaschisten am Boden)

Das Tattoostudio gibt sich queerfreundlich und als Kinderschutzinsel aus. Bei der extrem rechten Vergangenheit des Inhabers Mark Senß eine fragwürdige Selbstdarstellung. Weiterführende Informationen aus der Broschüre „Netzwerk von Kameraden“:

Als Neonazis fiel Mark Senß spätestens ab 1995 auf. In diesem Jahr veranstaltete der Neonazifunktionär Thorsten Heise ein Konzert in Northeim. Antifas hörten damals den Polizeifunk ab. Im Zusammenhang mit einem Hildesheimer Fahrzeug wurden an diesem Tag die Namen von Mark Senß, der damals noch Borowietz hieß, und seiner damaligen Freundin notiert.
Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre besuchte Mark Senß verschiedene Naziaufmärsche und war als Anti-Antifa-Fotograf aus Hannover bekannt. Er ist auf einem B&H-Konzertmitschnitt 1999 in Hildesheim zu sehen. Als Ausdruck seiner Verbundenheit zu B&H ließ sich Senß die Tiwaz-Rune, das Logo der ehemaligen B&H-Sektion Niedersachsen, auf sein Schienbein tätowieren, auf seinem Unterarm prangt eine »28«.

Marc Senß

Ben Bannier

Ben Bannier (Jahrgang 2005) ist seit einigen Jahren durch extrem rechte Aktivität aufgefallen. Der aus Heyersum (Nordstemmen) stammende Auszubildende ist mittlerweile in Gronau (Leine) wohnhaft. Er treibt sich auf verschiedenen sozialen Medien unter dem alias „Dion“ herum und verbreitet selbstgeschnitten Propagandavideos mit Szenen aus der Zeit des deutschen Faschismus. Gemeinsam mit Fabian Esse (Heyersum) und Finn Dreßler (Mahlerten) ist er 2024 auf verschiedenen CSD’s, wie Winsen (Luhe) und Wismer auf queerfeindlichen Gegenkundgebungen aufgetreten. Darüber hinaus scheint er sich in der Anwartschaft der Jungen Nationalisten zu befinden. Er besuchte auch hier Aufmärsche der extremen Rechten wie am 21.12.2024 in Magdeburg, am 15.02.2025 in Dresden, sowie am 1. Mai 2025 in Gera. Durch seine offen zur Schau gestellte Propaganda des NS-Regimes und Waffen ist er auch bereits auf dem Schirm der Ermittlungsbehörden. Laut eigenem Bekunden gab es eine Hausdurchsuchung bei ihm, welche im Zusammenhang von Ermittlungsverfahren zu den Waffen und der Volksverhetzung stand. In 2026 haben Antifas Flyer über Ben Bannier in Heyersum verteilt, die hier zu finden sind.

Ben Bannier am 15.02.2025 auf einem Naziaufmarsch in Dresden
Finn Dreßler, Ben Bannier, Fabian Esse bei einer Störaktion gegen den CSD in Winsen (Luhe) am 08.09.2024

Andreas Otto Habich

Andreas Otto Habich aus Hasede betätigt sich im harten Kern der Hildesheimer Querdenkenszene. Sein Markenzeichen ist das Tragen eines Hutes. Er fällt insbesondere durch seine Präsenz bei sämtlichen linken Veranstaltungen in Hildesheim auf. Wozu seine Beobachtungen dienen, kann nur spekuliert werden.

Jens Wolpers

Jens Wolpers ist seit Jahren in der rechten Szene, insbesondere im Umfeld von Johannes Welge unterwegs. Er ist in der Rechtsrockszene zu verorten. An Kundgebungen und ähnlichem beteiligt er sich nicht. Bei Saufgelagen, Liederabenden und Partys der extremen Rechten, ist er jedoch Stammgast. Seine rechtsextreme Gesinnung trägt er durch T-Shirts und Musik zum Ausdruck.

Jens Wolpers, Martin Schüttpelz und Unbekannt
Jens Wolpers und Johannes Welge
Links: Jens Wolpers, Rechts Johannes Welge

Oliver Schmidt

Oliver Thomas Ralf Schmidt (Jahrgang 1988) kommt aus Alfeld und ist Angehöriger der lokalen Neonaziszene. Zunächst im NPD Kreisverband Oberweser aktiv, betätigte er sich zuletzt vor allem an Aktionen der Partei Die Rechte. So bereiste er gemeinsam mit anderen Neonazis aus dem Raum Alfeld im Jahre 2022 mehrere Neonazi-Veranstaltungen in Hildesheim und Braunschweig. Auch ist er mit dem Hildesheimer NPDler Marcus Griese befreundet, mit dem er in eine Kneipenschlägerei verwickelt war, bei denen die Nazis Andersdenkende im Bierstall angegriffen haben. Zuletzt ist er durch seine Beteiligung an mindestens einem Infostand der AfD am 13.9.2025 in Elze aufgefallen.

Von Links: OIiver Schmidt, Aljoscha Raschke, Pierre Bauer, Joshua Grothaus, Unbekannt

19.03.2022 Nazidemo in Braunschweig: Alfelder Nazis zusammen mit dem bekannten Nazischläger Pierre Bauer aus BS.

Oliver Schmidt nahm am 1.5.2024 an einem Naziaufmarsch in Celle teil

Am 1.5.2024 besuchte er eine Nazidemonstration der NPD Hamburg und Die Rechte in Celle. Hier lief er neben einem Teilnehmer, der den Hitlergruß zeigte. 

Oliver Schmidt an einem Infostand der AFD am 13.09.2025 in Elze

Oliver Schmidt arbeitet als Betreuung/Alltagshilfe im sozialen Bereich bei wechselnden Arbeitgebern wie der Caritas.

Matthias Jünemann

Matthias (Matze) Jünemann lebt in Barienrode ein ganz ruhiges, bürgerliches Leben, führt die Autowerkstatt „Multiparts“ und bringt sich ins Dorfleben ein. Gleichzeitig ist er aber auch seit Jahren auf rechten Veranstaltungen zu finden. 

Spätestens seit 2016 ist Jünemann mal mehr, mal weniger aktiv in der rechten Szene in Hildesheim. 2016 war er Anführer der Bürgerinitiative Hildesheim (BIH), welche anti-muslimische Mahnwachen auf dem Markplatz abhielt, an der sich auch Neonazis beteiligten. Im selben Jahr war Jünemann dann auch mit der BIH in Berlin auf einer Großdemonstration „Merkel muss weg“ zu finden, wo er auch vor Neonazis posierte. Anschließend trat er für den Kreis Diekholzen bei der Kommunalwahl an

Matthias Jünemann

Jahrelang war Jünemann dann von der Bildfläche verschwunden, um zu Zeiten der Pandemie bei den Querdenkern Anschluss zu finden und sich zu reaktivieren. Dabei ist festzustellen, dass er sich immer weiter radikalisierte und ideologisch mittlerweile bei den Reichsbürgern einzuordnen ist.

Nachdem er eine Zeit lang auch bei den Hildesheimer Querdenken Veranstaltungen auftauchte und auch aggressiv gegenüber linken Gegendemonstrant*innen auftrat, sind diese ihm mittlerweile anscheinend nicht extrem genug, weshalb er gerne auch auswärts fährt. So war er etwa mit Maik Juhe am 26.11.2022 in Leipzig bei der Großdemonstration der extrem rechten und verschwörungstheoretischen Szene, die von Jürgen Elsässer unter dem Motto „Ami go Home“ angemeldet wurde. Außerdem besuchte er die Reichsbürger-Proteste an der B1 bei Groß Lafferde.

Regelmäßig lässt Jünemann in seiner Autowerkstatt Veranstaltungen der Reichsbürgerszene durchführen. 

Jünemann (rechts) mit Maik Juhe am 26.11.2022 in Leipzig
Matthias Jünemann beim Reichsbürger-Protest an der B1 bei Groß Lafferde am 31.12.2022
Jünemann mit Neonazis in Berlin
Matthias Jünemann engagiert sich im örtlichen Fussballverein