Oliver Schmidt

Oliver Thomas Ralf Schmidt (Jahrgang 1988) kommt aus Alfeld und ist Angehöriger der lokalen Neonaziszene. Zunächst im NPD Kreisverband Oberweser aktiv, betätigte er sich zuletzt vor allem an Aktionen der Partei Die Rechte. So bereiste er gemeinsam mit anderen Neonazis aus dem Raum Alfeld im Jahre 2022 mehrere Neonazi-Veranstaltungen in Hildesheim und Braunschweig. Auch ist er mit dem Hildesheimer NPDler Marcus Griese befreundet, mit dem er in eine Kneipenschlägerei verwickelt war, bei denen die Nazis Andersdenkende im Bierstall angegriffen haben. Zuletzt ist er durch seine Beteiligung an mindestens einem Infostand der AfD am 13.9.2025 in Elze aufgefallen.

Von Links: OIiver Schmidt, Aljoscha Raschke, Pierre Bauer, Joshua Grothaus, Unbekannt

19.03.2022 Nazidemo in Braunschweig: Alfelder Nazis zusammen mit dem bekannten Nazischläger Pierre Bauer aus BS.

Oliver Schmidt nahm am 1.5.2024 an einem Naziaufmarsch in Celle teil

Am 1.5.2024 besuchte er eine Nazidemonstration der NPD Hamburg und Die Rechte in Celle. Hier lief er neben einem Teilnehmer, der den Hitlergruß zeigte. 

Oliver Schmidt an einem Infostand der AFD am 13.09.2025 in Elze

Oliver Schmidt arbeitet als Betreuung/Alltagshilfe im sozialen Bereich bei wechselnden Arbeitgebern wie der Caritas.

Aljoscha Raschke

Aljoscha Raschke (Joschi) aus Hildesheim/Alfeld war bei DIE RECHTE aktiv und besuchte eine Zeit lang fast jede Kundgebung in Hildesheim und Braunschweig.

Aljoscha Raschke am 27.03.21 in Braunschweig als Ordner auf Nazidemo

Er hielt sich bei DIE RECHTE zwar eher im Hintergrund, war jedoch seit Neugründung des Kreisverbands bei den Kundgebungen und Infoständen in Hildesheim jedes Mal dabei. Er reiste auch regelmäßig nach Braunschweig, um dort bei Kundgebungen und Demos mitzumachen.

Shakehands mit Johannes Welge, Aljoscha Raschke auf Nazidemo in Braunschweig am 26.6.2021
19.03.2022 Nazidemo in Braunschweig: Oliver Schmidt, Unbekannt, Aljoscha Raschka, Joshua Grothaus
Bei einem Die Rechte Infostand in Hildesheim am 30.11.2019

Die Rechte löst KV auf

Aus dem Telegramkanal des KV Hildesheim/Braunschweig ließ sich am Abend des 8. Juli eine frohe Nachricht entnehmen. So gab der KV auf diesem Wege überraschend seine Auflösung bekannt. Der Vorsitzende von DIE RECHTE Christian Worch verurteilte in einem Statement die Auflösung als „einen Akt der politischen und persönlichen Feigheit“. Als Grund wird der Verrat des Inhaftierten Emanuel Pieper benannt, der zu seinem Vorteil angeblich Kameraden an den Verfassungsschutz auslieferte. Doch auch generell verschlechterte sich im letzten Jahr die Gesamtsituation für die Gruppe rund um den in Almstedt (LK Hildesheim) wohnenden Johannes August Welge zunehmend. So war zu beobachten, dass die Teilnehmenden ihrer Veranstaltungen immer weniger wurden und es immer die gleichen Gesichter waren. Einen hohen Organisationsgrad hatte die Gruppe zu keinem Zeitpunkt, so war sie für die Partei auf Bundesebene nicht mitbestimmend und wurde von den Verantwortlichen aus Dortmund auch sicher oft belächelt. Denn die Aktivitäten der Gruppe richteten sich vor allem nach den Launen des Johannes Welge, der auch auf Landesebene formal aktiv ist. Meist ging es bei den öffentlichen Aktivitäten um die Show, so gab es weniger Inhalte als Provokationen und teils absurde Auftritte der Gruppe für deren Ideen und Umsetzung zumeist Johannes Welge zu verantworten war.

Mit zunehmender Bedeutungslosigkeit griff Welge zu immer absurderen Mitteln, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Der Versuch in Braunschweig die Massen durch eine Karnevalsdemo zu begeistern scheiterte krachend.

Dem aus Braunschweig stammenden Neonazi wurden auf dieser Seite mehrere Artikel gewidmet, aus denen man den Werdegang und die tristen Lebensumstände entnehmen kann. Nun kommt es scheinbar zu seiner nächsten Niederlage und zum zweiten Male muss Welge seinen Kreisverband auflösen. Bereits von 2014 bis 2016 organisierte er als Vorsitzender gemeinsam mit seinem Kumpel Martin Schüttpelz und seiner Ex Frau Lisa Welge einen Kreisverband von Die Rechte in Hildesheim und Braunschweig. Nach einer kurzen Pause von 2 Jahren, in denen Welge von Frau und Kindern verlassen wurde, kurzzeitig in Bad Salzdetfurth wohnte und öffentlich kaum in Erscheinung trat, betätigte er sich seit dem Europawahlkampf 2019 wieder öffentlich für Die Rechte. So hing er Plakate in Hildesheim und Bad Salzdetfurth an Laternen und beteiligte sich an der von Dieter Riefling organisierten Demonstration am 18.05.2019 in Hildesheim. Kurz darauf meldete Welge in Hildesheim eine Kundgebung an, in deren Anschluss im Beisein von Vertretern der Rechten aus Dortmund, der Kreisverband Hildesheim/Braunschweig neu gegründet wurde. Seitdem lag das Hauptaugenmerk der Gruppe auf den Raum Braunschweig. Weitere wichtige Akteure waren Martin Kiese, Dominik Brandes, Achim Heide, Jan Schmidt, Pierre Bauer, sowie Melissa und Michaela Rege-Mittelstädt. In den Jahren 2019-2022 fanden etliche „Infotische„, Kundgebungen und Aufmärsche in Braunschweig statt. Nach Hildesheim verirrten sich die Rechten in seltenen Fällen, auch wenn sie nicht müde wurden dies in großen Tönen anzukündigen. Auch gelang es ihnen zu keinem Zeitpunkt nennenswerte Strukturen in Hildesheim zu etablieren. Eine kurzzeitig aktive „Anti-Antifa Hildesheim“, welche auf das Umfeld des Kreisverbands, insbesondere Achim Heide zurückgeht, war der Höhepunkt an Organisierung. Einzelne Rechte wie der Hildesheimer Ex NPDler Marcus Griese oder eine Truppe aus dem Raum Alfeld stammender Nazis um Aljoscha Raschke und Oliver Schmidt beteiligten sich zwar an den Aktionen des Kreisverbandes, waren aber nicht imstande in Hildesheim eine Organisierung zu schaffen.

Martin Kiese und Marcus Griese

Durchgehend fielen die Nazis durch das Schaffen einer aggressiven Drohkulisse in Braunschweig auf, die sich auch in Hildesheim beim Einschüchtern eines angeblichen Linken, des Gewaltsuchenden Auftretens bei einer Querdenkendemo, sowie einem Übergriff auf einen Journalisten abspielte. Auch darüber hinaus blieb es oft nicht nur bei einer Drohkulisse und so wird wegen diverser Strafverfahren gegen mehrere Mitglieder ermittelt. Dies wird neben des Versinkens in der Bedeutungslosigkeit, der Inhaltsleere, des antifaschistischen Widerstands und dem personellen Aussieben wohl der Anlass zum Auflösen am 8.7.2022 gegeben haben.

Natürlich ist dies ein Grund zu Freude, doch wie immer ist davon auszugehen, dass sich die Einzelpersonen aus der Partei weiterhin in der extremen Rechten betätigen werden oder ggf. eine neue Organisation gründen. Auch wenn sie jetzt nicht mehr unter dem Schutz einer Partei stehen, kann dies auch den Weg in ein klandestines Organisieren extrem rechter Hetze und Gewalt bereiten. Wir bleiben deshalb achtsam und werden weiterhin ein Auge auf die Akteur*innen richten.

Neue Aktivität von „Die Rechte“

Wir dokumentieren die jüngsten Ereignisse rund um den KV Hildesheim/Braunschweig der extrem rechten Kleinstpartei „Die Rechte“ in Hildesheim.

Nachdem Antifaschist*innen am 11.9 zeitgleich zu in Braunschweig stattfindenden Kundgebungen von Die Rechte, eine Versammlung vor dem Haus des Johannes Welge abhielten, kündigte Welge an fortan in Hildesheim aktiv werden zu wollen.

Zunächst gab es einige Tage später ein Drohvideo vor dem Wohnhaus eines vermeintlichen Antifaschisten, in dem Johannes Welge und Dominic Brandes zu sehen sind.

Am 09.10 fand in Dortmund ein Aufmarsch von „Die Rechte“ statt, um an den verstorbenen Siegfried Borchardt zu gedenken. Im Anschluss daran betranken sich Johannes Welge, Dominic Brandes und René Scholtyssek im Einbecker Bierbrunnen am Hildesheimer Hauptbahnhof. Das Besäufnis ging in der Nordstadt-Kneipe „One Life“ weiter, wobei Dominic Brandes mehrfach Anwohner durch Erbrechen vor ihre Haustüre verärgerte.

Vergangenen Samstag kann man als den Höhepunkt der neuen rechten Aktivität in Hildesheim beschreiben. Mit 10 Personen wurde ein Infotisch in der Fußgängerzone vor Galeria Kaufhof von 12-13.45 durchgeführt. Dabei positionierte sich die Mehrheit der Faschisten strategisch in der gesamten Straße, um Andersdenkende zu verschrecken. Bereits hier trat die Gruppe sehr aggressiv auf.

2 Neonazis positionieren sich in einiger Entfernung zum Infotisch.

Im Anschluss an den Infotisch machte sich die Gruppe auf dem Weg zum Hildesheimer Hbf, um sich dem Querdenken Protest der in der Nordstadt lebenden Heidi Bolduan anzuschließen. Diese sah sich mit der Anwesenheit der Nazis einverstanden, sie durften am Ende des Zuges mitlaufen und am Ende sogar eine Rede halten.

Johannes Welge durfte über das Megafon des „Walk to Freedom“ eine Rede halten. Außerdem im Bild: Martin Kiese (BS), und Melissa Mittelstädt

Die Hildesheimer Allgemeine berichtete über dieses Ereignis.

1: Oliver Schmidt, 2: Jan Schmidt (BS), 3: Martin Kiese (BS), 4: Johannes Welge (Almstedt), 5: Aljoscha Raschke (Hildesheim/Alfeld), 6: Dominic Brandes (Goslar), 7: Pierre Bauer (BS), 8: Unbekannt, 9: Joshua Grothaus

Am Ende des Aufzuges kam es bei der Auflösung der Versammlung noch zu unschönen Szenen. Die Neonazis rannten grölend vom Bahnhofsvorplatz in die Bernwardstraße, wo sie Passanten schubsten und anmachten, die sie als politischen Feind ausmachten. Ein alleiniger Verkehrspolizist, der gerade eine Calzone verspeiste, wurde auf den Vorfall aufmerksam und alarmierte die Beweissicherungs und Festnahmeeinheit zur Hilfe. Die Neonazis flohen daraufhin in ein migrantisches Café, um sich vor der anrückenden Staatsmacht zu verstecken. Die BFE holte sie dort jedoch heraus und nahm die Personalien auf. Die Abreise der Neonazis erfolgte schließlich mit dem ICE nach Braunschweig.

Insgesamt machten die Rechten einen äußerst aggressiven Eindruck und versuchten gar nicht erst seriös rüber zu kommen. Sie waren zum Großteil nicht aus Hildesheim und verhielten sich entsprechend auch wie primitive Gästefans beim Fussball.

In Hildesheim war man solche Szenen seit 2015 nicht mehr gewohnt. Wie sich die Aktivitäten der Nazis weiter entwickeln, wird von uns beobachtet und dokumentiert werden. Wer die unbekannten Personen identifizieren kann, oder allgemein Infos hat, kann sich unter unserer Mail nazimelderhildesheim(@)riseup.net melden.

Infostand Die Rechte 30.11.19

Am 30.11.2019, zeitgleich zum Parteitag der AfD in Braunschweig, platzierte der Kreisverband Braunschweig/Hildesheim der Nazipartei „Die Rechte“ von 15 bis 16 Uhr einen „Infostand“ in der Hildesheimer Innenstadt auf Höhe von Galeria Kaufhof.

Es beteiligten sich 3 Faschisten unter der Federführung von Johannes Welge aus Bad Salzdetfurth. Die anderen beiden heißen Aljoscha Raschke und Achim Heide. Geschützt wurde der Infostand durch etwa 15 Polizisten der Hildesheimer und der Landespolizei. Die Abreise der Nazis erfolgte durch ein Taxi.